Gruppentherapie

Menschen haben ihr Leben lang die Möglichkeit, zu lernen und durch Kontakt sich selbst und andere zu verstehen. In diesem Sinne findet persönliche Weiterentwicklung und seelisches Wachstum vor allem in Beziehung statt – wir brauchen andere, um Resonanz, Rückmeldung und Anregung zu erhalten. Dies schafft ein Gefühl sowohl der Zugehörigkeit als auch der Individualität.

Eine Therapie-Gruppe kann den TeilnehmerInnen die Möglichkeit bieten, in einem sicheren und Halt gebenden Rahmen sich selbst zu erfahren und für sich relevante Themen zu bearbeiten. Der verbindliche Kontakt mit anderen Menschen mit dem Ziel der gemeinsamen therapeutischen Arbeit kann helfen, eigene Beziehungs- und Verhaltensmuster zu erkennen. Verinnerlichte Erfahrungen können im Miteinander der Gruppenteilnehmer in ihrer Wirkung verstanden werden, um sie gegebenenfalls zu verändern. Bei Bedarf können sie in neue, konstruktive Bahnen gelenkt werden. In diesem Sinne ist die Gruppe ein geschütztes Übungsfeld für zwischen-menschliche Beziehungen.
Durch ihre verlässliche Kontinuität und Zeit ermöglicht sie den allmählichen Aufbau von Vertrauen und Akzeptanz. Dabei können Prozesse der Nachreifung, der Integration und der Identitätsentwicklung angeregt werden.

Wir fühlen uns in unserer Arbeit mit den Grundgedanken der Gruppentherapie, wie sie I. Yalom beschreibt, verbunden. Unsere gruppentherapeutische Arbeit richtet sich auf:

  1. Gemeinsam einen therapeutischen Raum für Kontakt und Begegnung mit anderen Menschen schaffen.
  2. Die Universalität von Leiden und Glück erleben: ich bin nicht allein, anderen geht es genauso.
  3. Information erhalten über unterschiedliche Sichtweisen, Rückmeldung und Resonanz ermöglichen.
  4. Verinnerlichte Erfahrungen aus der Familien- geschichte wahrnehmen und begreifen. Die Möglichkeit haben, andere Seinsweisen und Rollen zu entwickeln.
  5. Dazugehören und Zusammenhalt erfahren, sich als Teil einer Gruppe erleben, neue Bindungserfahrungen ermöglichen, lernen etwas geben zu können.
  6. Entwicklung von beziehungsfördernden Verhaltensweisen des mitmenschlichen Umgangs: Ich-Botschaften, Feedback, Spiegeln, Reflektieren.
  7. Gefühle von anderen im Ausdruck sehen, erleben und nachvollziehen. Die Körpersprache von Gefühlen sehen und verstehen lernen.
  8. Die Verschiedenheit von Menschen erfahren und akzeptieren lernen, z.B. in Bezug auf Kultur, Geschlecht, Persönlichkeit, Lebensalter und Lebensumstände.
  9. Spirituelle Themen gemeinsam erarbeiten: Sinnfindung, eine eigene Philosophie finden, Beschäftigung mit Leben und Tod als existentielle Themen, Hoffnung finden. Wir arbeiten in der Gruppe mit: Gespräch, Bewegung, Körperwahrnehmung, Körperausdruck, Arbeit mit der Atmung, Arbeit mit Körperkontakt, Imaginationsverfahren, Ritualen, kreativen Elementen wie Musik und Malen sowie der Feldenkrais-Methode. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der sich entwickelnden Gruppendynamik. Grundlegend sind für uns tiefenpsychologische Konzepte der Bindungsentwicklung einschließlich der pränatalen Lebenszeit, Konzepte der Traumatheorie sowie ein transpersonaler Ansatz, der spirituelle und individuelle Lebensaspekte zu verbinden sucht.