Angeliebte Kinder - Männer als Väter in Patchworfamilien

Sie haben als Mann, vielleicht schon selbst leiblicher Vater, eine neue Partnerin kennen gelernt und kommen gemeinsam zu der Entscheidung, das Leben als Paar weiter zu gehen. Dadurch ergibt sich für Sie die Situation, Teil einer sich in einer Familie zu sein. Die leiblichen Kinder ihrer Partnerin fordern Zeit und Aufmerksamkeit, denn sie gehören jetzt zu ihrem Leben.

"Erstmal war ich ja einfach nur an dieser Frau interessiert... Mit Kindern hatte ich selbst bisher nie was im Sinn gehabt... Dann hab' ich halt versucht, ihre Kinder anzunehmen, die waren ja auch fast immer dabei... Hab' also da irgendwie den Vater gespielt und nie gedacht, was bald für Probleme losgehen... Also, manchmal können wir das kaum durchstehen."

Oft ist der Kontakt zu den „angeliebten Kindern“ geprägt von Hinwendung und Bemühen um das Wohl der Kinder und der Partnerschaft. Schnell aber kann sich dann herausstellen, dass wir keine Leitbilder haben, die uns helfen, mit der neuen Situation einen guten inneren und äußeren Umgang zu finden. Die Qualität des Kontaktes mit den Kindern wirkt sich auch auf die Beziehung aus. Kinder brauchen Zeit, sich an einen neuen Partner der Mutter anzunähern. Der in die Familie eingetretene Mann aber auch.

Wir wollen in der Gruppe die bestehenden Schwierigkeiten ansprechen, Erfahrungen austauschen und neue Leitbilder entwickeln. Das übliche Rollenverständnis, dass oft einhergeht mit den Erfahrungen mit unserem eigenen Vater, ist oft nicht geeignet die neue Lebenssituation befriedigend zu meistern.

Die Gruppe wird geleitet von Dipl.-Psych. Matthias Kornblum, selber Patchworkvater.