Nachklang

Eine Veranstaltung mit zwei buddhistischen Mönchen aus Thailand in der PraxisGemeinschaft Meesenring am 25. und 26. August 2013

Im Rahmen unserer Beschäftigung mit der Vergangenheit des ehemaligen Kasernengebäudes, in dem unsere Praxis ist, und des Platzes "Meesenring", fand eine Veranstaltung mit eingeladenen Mönchen und Gästen aus Thailand statt. Die Mönche Ajahn Dong und Ajahn Num sind beide Lehrer und stehen einem eigenen Kloster vor, das in der sogenannten Wald-Tradition des Theravada-Buddhismus steht. Sie, wiederum, sind Schüler des renommierten Ajahn Somchai, Abt eines großen Stadtklosters in Khon Kaen, Professor und Rektor der zweitgrößten buddhistischen Universität Thailands. Mit den thailändischen Gästen kamen auch zwei Freunde aus Hamburg, die seit mehreren Jahren dort im Kloster leben: Anja und Christian Carow.

Am Vormittag führten die Mönche mit uns ein traditionelles Ritual für die Heilung und Reinigung unserer Räume, des Meesenplatzes und der mit der langjährigen militärischen Vergangenheit verbundenen Opfer durch.

Es folgte ein gemeinsamer Gang durch Lübeck zu wichtigen Orten und Plätzen, die mit der Geschichte Lübecks und Deutschlands in Zusammenhang stehen. Es war spannend, unsere deutsche Geschichte durch die interessierten Augen unserer Gäste zu erleben.

Im letzten Teil am Abend hielten die Mönche einen Vortrag über die Grundlagen des Buddhismus und gaben uns eine Einführung in die Vipassana-Meditation, der sogenannten Einsichts-Meditation. Diese unterscheidet sich von der Samatha-Meditation (Konzentrationsmeditation) dadurch, dass sie sich nicht auf die Konzentration des Geistes fokussiert, sondern durch eine Öffnung des Geistes für das, was ist, was durch unsere Sinne fließt, ohne Einengung und Bewertung. Einfach beobachtend und schauend. Der Buddha lehrte diese beiden Meditationsformen stets gemeinsam. Er legte seinen Schülern nahe, dass beide Formen nötig sind und lehrte sie, wann die eine und wann die andere Form im Prozess der Meditation wichtig und sinnvoll ist. Zum Abschluss chanteten die Mönche in berührender Weise für uns, unsere Praxisräume und zur Heilung des ehemaligen Kasernengeländes. Ganz besonderes Augenmerk legten sie auf die Opfer des Krieges beider Seiten. Chantings sind uralte Heilungsgesänge in vielen Traditionen, so auch in der buddhistischen.

Die Fortbildung in Meditation am nächsten Tag, wurde von 25 Menschen besucht. Es gab Einblicke in die verschiedenen Meditationsformen. Diese Meditationen sind an keine Religionsform gebunden und werden von vielen Menschen mit unterschiedlichen Konfessionen genutzt. Wir bekamen von den beiden Lehrern Unterweisungen in der Sitz- und Gehmeditation. Die Gehmeditation wird traditionell über mehrere Tage in 5 Schritten. Beim Sitzen, Gehen und Stehen geht es um die Benennung (z.B. Hören, Denken, stehen usw.). Diese Form harmonisiert den Körper und den Geist und bringt beide in Einklang.
Zum Abschluss chanteten die Mönche für uns und wir ließen den Abschied in einer großen gemeinsamen Runde mit viel Lebendigkeit, Dank, Tränen der Rührung, Freude und Lachen ausklingen.

Wir sind sehr glücklich über diese Veranstaltung und möchten uns von Herzen bei allen Menschen, die an dieser Zusammenkunft beteiligt waren, bedanken.